Ein traumhafter Lauf bei traumhaftem Wetter

HM Lang

Am 31.10. fanden die Hessischen Meisterschaften Langdistanz in Kassel statt. Über einen Wettkampf in der Nähe freut sich natürlich jeder und dementsprechend viele Teilnehmer tauchten auf, die sich lange nicht gesehen hatten. 

Es gab viel zu quatschen und zu erzählen und dann ging es auch schon zum Start. Das Wetter war erstaunlich warm für die Jahreszeit und so kam auch allgemein Freude auf den bevorstehenden Lauf auf. Kaum war man die kleine Wiese zum Startposten hinaufgelaufen, wurde man von einem Wald überrascht, wie ihn sich jeder OLer nur erträumen kann. Über den Weg zu laufen, kam gar nicht in Frage, weil der Wald so verlockend schön offen und bedeckt mit herbstlichem Laub war, dass man unbedingt hindurchlaufen musste. So sah man oft schneller als erwartet den Postenschirm hinter der nächsten Wurzel leuchten und die Zeit verging wie im Flug. Trotz des schönen Waldes zeigte sich nach einigen Kilometern im Wald natürlich, wer sich im vergangenen Jahr zum Training motivieren konnte. Ein besonders fleißiger Läufer, der schon länger davon träumt, endlich wie ein Reh durch den Wald zu hüpfen, wurde nun mit einem sehnsüchtig erhofften Platz auf dem Treppchen belohnt. Wir gratulieren Peter Simko zu seinem dritten Platz in der Herrenelite! Auch allen anderen gratulieren wir zu ihren Platzierungen und hoffen, dass sie ihre Erwartungen erfüllen konnten oder diesen Herbstlauf einfach genossen haben. Das verdanken wir der Organisation des SC Helsa und vor allem Leon Kollenbach als Bahnleger und Kartenaufnehmer. Wir haben uns besonders an der regen Teilnahme am Wettkampf erfreut und starten motiviert ins Wintertraining. 

 

Weitere Ergebnisse

 

Text: Paula Mühlstein

Fotos: Matthias Blaschke, Silke Blumenstein, Hendrik Holzhauer

 

Inklusionsprojekt Foto-Orientierungslauf

Ein sportlich bewegtes Kassel für ALLE

Orientierungslauf: Bewegung im Freien, geistige Herausforderung, jeder Posten ein Erfolgserlebnis. Ist das nicht der perfekte Sport für Menschen mit und ohne Behinderung? Genau diese Frage stellten sich Mitglieder des OSC Kassel, als sie auf den Förderwettbewerb „Ein sportlich bewegtes Kassel für ALLE“ aufmerksam wurden.

Nachdem die Stadt Kassel 2018 als 17. „Modellregion Inklusion“ ausgezeichnet wurde, wurden im Rahmen des Förderwettbewerbs Vereine aufgefordert Inklusions-Projekte einzureichen. Unter der Leitung von Elke Hausmann und der tatkräftigen Unterstützung ihrer Vereinkolleg*innen wurde das Projekt umgesetzt. Die ursprüngliche Idee musste im Rahmen diverser Genehmigungsverfahren hier und da angepasst und weiterentwickelt werden, aber am Ende war er fertig, der Foto-Orientierungslauf für alle.

Beim Foto-Orientierungslauf erhält man neben der Orientierungslaufkarte eine Reihe verschiedener Fotos. An jedem Posten muss das zum Posten passende Foto identifiziert werden. Dabei lernen die Teilnehmer*innen nicht nur die Sportart kennen, sondern erkunden die Kasseler Karlsaue auf eine ganz neue Art und Weise und entdecken Details, an denen sie zuvor womöglich gedankenverloren vorbei geschlendert sind.

Ende Oktober war es nach langer Vorbereitung endlich so weit und der Foto-Orientierungslauf wurde offiziell eingeweiht. Klaus Müller, Vorsitzender des OSC Kassel, eröffnete die kleine Veranstaltung nahe der Insel Siebenbergen. „Bereits vor Corona trieben weniger als 50 % der Behinderten Sport“, zitierte Klaus Müller DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher und schlussfolgerte: „Aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir Angebote und Motivation schaffen“. Er bedankte sich für die Unterstützung aller Anwesenden, insbesondere für die Genehmigung der Museumslandschaft Hessen Kassel den Foto-Orientierungslauf in der Aue durchführen zu dürfen und betonte, dass das Wegegebot der Parkordnung eingehalten werde. Bürgermeisterin Ilona Friedrich schloss sich den Danksagungen an. Ziel sei nicht die einmalige Förderung des Foto-Orientierungslaufs, sondern die Möglichkeit zur Aufrechterhaltung des Modellprojekts in den Folgejahren. Diese Aussage lies nicht nur Elke Hausmann freudig aufhorchen, die im Anschluss an die Grußworte den Foto-Orientierungslauf allen Anwesenden näherbrachte. Sogleich machten sich zahlreiche Interessierte, teils unter Begleitung der Expert*innen vom OSC Kassel, auf den Weg die Fotos in der Aue den passenden Posten zuzuordnen.

Insbesondere in Zeiten der Pandemie bietet der Foto-Orientierungslauf für Menschen mit oder ohne Behinderung eine tolle Möglichkeit sich draußen zu bewegen und gleichzeitig einer spannenden geistigen Aufgabe nachzugehen. Bei Interesse am Foto-Orientierungslauf und/oder Interesse an einer Einführung vor Ort unterstützt der OSC Kassel gerne: foto-ol@osc-kassel.de 

 

Text: Sabine Rothaug

Fotos: Hendrik Holzhauer, Merle Niemann, Sabine Rothaug

 

DM Lang und Deutschlandcup

Es ist schon drei Jahre her, seit ich mit OL angefangen habe. Wenn ich die anderen OLer sehe, fühle ich mich wie ein Wildschwein. Alle anderen sind in meinen Augen wie Rehe, die schön durch den Wald hüpfen. Ich drehe mich schnaufend im Wald in Kreisen auf der Suche nach dem richtigen Weg. Egal, ob wie ein Wildschwein oder wie ein Reh, ich fühle mich im Wald wohl. Umso mehr habe ich mich auf das OL Wochenende mit drei Wettkämpfen gefreut.

 

1.10. Freitag Sprint Friedewald

Nach meinem Nachtdienst mit ungefähr drei Stunden im Bett und vielleicht zwei Stunden Schlaf kam ich nach Hause, habe mein Auto voll mit OL-Sachen gepackt, zwei Kuchen fertig gemacht und bin nach Gröden losgefahren. 16:55 Uhr habe ich mich schon bei Sabine und Petra gemeldet, dass ich in Gröden angekommen bin. Leider wusste ich nicht, dass der Sprint am Freitag in Friedewald stattfindet und nicht in Gröden. Nach dieser Erfahrung lese ich nächstes Mal die Ausschreibung wirklich sorgfältig durch. Verzweifelt habe ich die Adresse in das Navi eingegeben, während der Wettkampf schon angefangen hat. Zehn Minuten vor meinem Start kam ich im WKZ an. Der erste Wettkampf war nun für mich rechtzeitig zum Start zu kommen. Dort konnte ich schon Petra, Renée und Sabine treffen, wobei ich allerdings nicht viel reden konnte, weil ich so außer Atem war. In ein paar Minuten ging es dann los. Die ersten drei Posten war ich in Gedanken immer noch im Auto bei der verrückten Fahrt nach Friedewald. Die zweite Herausforderung war, dass es nach 18 Uhr im Wald ganz schön dunkel war und ohne Brille und Stirnlampe musste ich mich sehr konzentrieren, um die Karte lesen zu können. Der Sprint hat Spaß gemacht, war schnell und es hat nicht lange gedauert und ich war im Ziel, wo schon Renée und Sabine warteten. Weil wir uns fast sicher waren, dass Petra noch auf der Strecke ist, haben wir auf sie gewartet. Nach 20 Minuten und nach vielen Mückenstichen, als es schon ganz dunkel war und wir uns große Sorgen gemacht haben, haben wir dann Petra zum Glück im WKZ beim Auto gefunden. Diesmal war Petra überraschend schneller im Ziel als Sabine.

 

2.10. DM lang Gröden

Auf dem Weg zum WKZ haben wir eine ganze Tüte von Esskastanien gesammelt und trotzdem hat der Weg nur 20 Minuten gedauert. Auf dem Sportplatz in Gröden haben wir uns mit allen anderen OLern getroffen. Es waren 669 angemeldete Läufer, davon 13 vom OSC Kassel. Es ging auch schon direkt zum Start. Schnelligkeit durch Sicherheit hat zum ersten Posten ganz gut geklappt. Zum zweiten Posten war es eine lange Postenverbindung. Beim Querlaufen lief ich auch in viele Spinnennetze verschiedener Größen mit ganz grossen Kreuzspinnen. Erstmal habe ich versucht die nicht kaputt zu machen, um die Spinnen nicht zu ärgern. Deswegen habe ich aber auf der Suche nach dem zweiten Posten die Richtung verloren und es hat ein bisschen länger gedauert ihn zu finden. Nachher habe ich nicht mehr auf die Spinnennetze geachtet und habe viele kaputt gemacht. Um die Spinnen abzuschütteln habe ich dann immer kurz Gas gegeben. Ich fand es nur komisch, dass es so viele gab. Ich hatte das Gefühl, dass ich der erste bin, der da läuft, was mich zur Verzweiflung gebracht hat, ob ich auch richtig laufe. Auf dem Weg zum Posten Nummer sechs kam eine andere Herausforderung: Brombeeren!!! Mehrmals stand ich in Brombeeren. Es hat nur wehgetan und ich wusste nicht, in welche Richtung ich mich bewegen soll, damit es schmerzfreier wird. Weil es ein langer OL war, gab es auch Verpflegungsstationen mit Wasser und ich konnte mich da auch ganz gut erfrischen. Auf dem Weg zum zehnten Posten hat mich Dennis überholt, was mich ganz schön motiviert hat. Ich habe mich kurz an ihn dran gehangen, musste aber auch in die Karte gucken und habe ihn dann verloren. Es ging für mich eigentlich gut weiter. Ich habe die Posten relativ gut gefunden, nur mit ein paar Fehlern. Am Ende kam noch der Zieleinlauf, wo ich die letzten Kräfte aus mir herausgeholt habe. Das schöne am OL ist das, was nach dem Lauf kommt. Man schaut in die Karte und guckt, was man hätte besser machen können und wie die anderen gelaufen sind. Markus und Helmut haben sogar ihre Altersklassen gewonnenen!

  

3.10. D-Cup Gröden

Am Sonntag stand die Staffel auf dem Plan. Der OSC Kassel hatte zwei Staffeln beim D-Cup und eine Rahmenstaffel. Ich war im Team 2 mit Renée, Jasmin, Sabine und Thomas. Ich bin als Letzter gestartet. Ich musste zwar länger warten, habe aber alle gesehen, wie sie gelaufen sind und habe die auch angefeuert. Eine besonders gute Leistung im ersten Team hat Markus gebracht. Er hat sich vom 19. Platz auf den vierten Platz durchgekämpft. Leider hat Niklas dann einen Fehlstempel gemacht. In unserem Team 2 sind alle sehr gut gelaufen. Sabine konnte schmerzfrei laufen und damit hat sie bewiesen, dass der Spruch "Knie heilt nie" nicht immer stimmen muss. Bei meinem Lauf habe ich zwei Fehler gemacht. Ich war auch ganz zufrieden mit meiner Leistung und am Ende habe ich alle überrascht, wie schnell ich aus dem Wald herausgekommen bin. Vielleicht dauert es nicht mehr so lange, bis ich im Wald wie ein Reh laufen kann.

 

Danke an die Veranstalter für ein schönes OL-Wochenende. Danke für die gute Stimmung, den großen Spaß und die netten Gespräche an alle OLer. Ich freue mich schon auf die nächste OL Herausforderung.

 

Bis bald im Wald

Peter (Šimko)

 

Ergebnisse gibt es auf der Website des Ausrichters:
http://www.dmlang-2021.de

 

Fotos: Paula Mühlstein und Sabine Rothaug

Endlich JLVK!

Am 17.9. ist unser Hessen-D- und Nachwuchskader nach Wilhemshorst in Brandenburg gefahren. Dort waren wir in einer Unterkunft, in welcher wir eine Etage mit mehreren Zimmern belegten. Direkt neben der Unterkunft war ein See. Manchmal sind morgens ein paar geschwommen.

Morgens wurden wir um 6 Uhr von dem Lied "Wunderbar" lautstark aufgeweckt. Auch die folgenden Stunden hörten und sangen wir das Lied noch oft. Alle hatten gute Laune. Das Essen war sehr gut. 

Der Einzellauf war am Samstag. Wir haben uns zuvor die Haare in den Hessenfarben gefärbt und Hessenflaggen auf unsere Gesichter gemalt. Während des Laufs haben wir uns gegenseitig kräftig angefeuert. Julian Doetsch wurde in der H12 4., Lina Behrend ist in der D12 5. geworden und Katja Horst belegte in derselben Altersklasse den 2. Platz. Die Betreuer haben nach den Jugend- und Juniorenläufen auch noch einen Betreuerlauf gemacht. Claas Behrend und Cedric Guthier sind für Hessen mitgelaufen.

Nach dem Einzellauf war die Siegerehrung. Die drei, die oben genannt wurden, sind dort geehrt worden. Danach gab es ein Lagerfeuer am See und eine Disco, in welcher man tanzen konnte. 

Der Staffellauf war am Sonntag. Es hat allen viel Freude und Spaß gemacht. Auch hier schnitten die D12 und H12 gut ab. Die D12 wurde 2. und die H12 wurde 4. In der Gesamtwertung wurde Hessen 9.

 

Text: Levi Stiegelmeier

 

 

DM Mittel im Harz

Der erste Bundeswettkampf seit sooo langer Zeit! Was für ein Ereignis! Da kann man ja gar nicht mehr aufhören zu grinsen vor lauter Begeisterung! OL-Sachen packen, überall OLer in den verschiedensten Trikots, Vereinszelte am WKZ und nicht nur ein fliegender Start aus dem Auto heraus, OL-Shops, Freunde nach so langer Zeit endlich wieder sehen, einfach nur genial!

Und dann auch noch eine Mitteldistanz in so einem krassen Gelände! Vielleicht hätte die Wetterfee sich noch etwas wohlgesonnener zeigen können, aber das ist Meckern auf hohem Niveau. OL macht ja eigentlich erst bei Regen und Matsch so richtig Spaß, oder? ;)

Und auch einige Hessen fanden sich unter den bunten Trikots, nicht nur auf der Zielwiese und im Wald, sondern auch auf dem Treppchen und auch mindestens ein klein wenig stolz mit der einen oder anderen Urkunde in der Hand.

 

Wie schon häufiger vor der Corona-Pause in der Herrenelite vorne dabei war wieder Toby Scott (OLV Steinberg), der dieses Mal in einem sehr knappen Rennen den Bronzerang für sich entschied. Dabei trennten ihn von Rang fünf gerade einmal 15 Sekunden.

 

Markus Müller (OSC Kassel) sicherte sich den Deutschen Meistertitel mit 11 Sekunden Vorsprung bei den Herren ab 40. Mit Michael Thierolf (H 55, TSG Bad König) auf Rang zwei sowie Jakob Doetsch (H 35, OLV Steinberg) und Helmut Blumenstein (H 65, OSC Kassel) auf Rang drei sicherten sich drei weitere hessische Orientierungsläufer eine Medaille.

 

Auch wenn die Jüngsten noch nicht als Meisterschaftskategorie gewertet werden, zeigten sie, dass im Nachwuchs mit den Hessen zu rechnen ist. Sophie Behrendt (OLV Steinberg) zeigte eine starke Leistung und sicherte sich den Sieg bei den Mädchen bis zehn Jahre. Ihr Vereinskollege Julian Doetsch musste sich nur zwei Konkurrenten geschlagen geben und erlief den sehr guten dritten Rang.

 

Weitere Ergebnisse:

4. Petra Speh-Rothaug (D 65, OSC Kassel)

5. Jana Kunkelmann (D 20, OLV Steinberg)

6. Sabine Rothaug (DE, OSC Kassel)

6. Renée Schwartz (D 40, OSC Kassel)

6. Michael Kukis (H 60, OSC Kassel)

 

Danke an alle fleißigen Helferinnen und Helfer vom MTK Bad Harzburg und vom MTV Seesen für dieses herrliche OL-Wochenende! Wir freuen uns schon jetzt euch alle bei der DM Lang in knapp drei Wochen wiederzusehen und voller Kampfgeist an den Start zu gehen!

 

 

Text: Sabine Rothaug